Maya Reichert mit zwei Gewinnern des Dokumentarfilmwettbewerbs für junge Menschen (c) DOK.fest München / Ronny Heine
Das Team des Bildungsbereichs DOK.education erreichte in diesem Jahr 2.241 Teilnehmende vor Ort im Kino. Knapp 70 Schulklassen nahmen an den 90-minütigen Workshops in der HFF München, dem Gasteig HP8 und der Pasinger Fabrik teil. Noch bis zum Ende des Schuljahres stehen die Workshops online bundesweit für Lehrkräfte zur Verfügung – und über 7.000 Schüler*innen sind bereits angemeldet. Die Workshops umfassen drei altersgerechte Kurzfilme mit schulischen Begleitmaterialien und digitalen Lernvideos.
Maya Reichert (Leitung DOK.education): „Am Ende des Festivals ziehen wir Bilanz und evaluieren Wirksamkeit und Reichweite unserer Arbeit. Dabei steht hinter jeder Zahl ein Mensch, der einem Dokumentarfilm begegnet. Wenn ich sehe, wie viel bei Oper oder Theater in Bildung und Netzwerke investiert wird, frage ich mich, was möglich wäre, wenn wir für den Dokumentarfilm ebenso systematisch Zugänge schaffen würden. Unsere Schule des Sehens im Kino und online zeigt: Auch in einer kulturell vielfältigen Stadt wie München erreichen wir mit Dokumentarfilm Menschen jeden Alters. So tragen wir zu Bildung und Beteiligung bei, zu einer lebendigen, demokratischen Gesellschaft und dem Dokumentarfilm-Publikum von morgen.”
DOK.education bringt außerdem den filmischen Nachwuchs ins Rampenlicht: Zur Preisverleihung des 11. Dokumentarfilmwettbewerbs für junge Menschen reisten Kinder und Familien aus ganz Bayern an. Das Audimax der HFF München war bis auf den letzten Platz gefüllt. Hier wurden fünf dotierte Preise des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) verliehen. Beim anschließenden Empfang kamen Nachwuchstalente, Eltern und Lehrkräfte ins Gespräch, unter ihnen auch BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Zur Jury gehörten „Pumuckl“-Drehbuchautorin Katharina Köster und Elisabeth Wenk, die Leiterin des Kinderfilmfests Goldener Spatz.
Kathi Seemann (Leitung Dokumentarfilmwettbewerb): „Wir wollen junge Menschen nicht nur zum differenzierten Sehen anregen, sondern auch zum eigenen Filmemachen. Die Preisverleihung ist eine öffentlichkeitswirksame Plattform für ihre Perspektiven und Geschichten. Die insgesamt 50 Einreichungen haben gezeigt, dass diese Generation weit mehr kann als TikTok. Dank unseres Partners BLLV können wir sie mit dotierten Preisen fördern und für den Dokumentarfilm begeistern.”
Beim Trickfilm-Workshop (c) DOK.fest München / Emily Schuster-Woldan
Ein Highlight des Rahmenprogramms war der Workshop mit Julian Jansen alias „Checker Julian“: Mit Witz und Einfühlungsvermögen vermittelte er den Jüngsten, wie man Interviews führt und selbstbewusst vor Kamera oder Publikum auftritt. In Kooperation mit dem BR fand ein Workshop zu KI und Film statt und in Kooperation mit dem mobilen Fahrradkino Ciné Vélo Cité ein Trickfilm-Workshop: Auf der Grundlage dokumentarischer Interviews entwickelten Kinder im Innenhof der HFF München eigene Animationsfilme. Bei einem Open-Air-Screening präsentierten sie ihre Kurzfilme und beantworteten die Fragen des Publikums.
Mona Klöckner (Leitung Familienprogramm):„Uns fasziniert zu sehen, was der Dokumentarfilm über das künstlerische Gestalten hinaus leisten kann – insbesondere in der Persönlichkeitsentwicklung und der Vermittlung gesellschaftlicher Werte. Von sich aus wählten die Filmteams des Animationsfilm-Workshops die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Schulstress und Zukunftsvisionen. Diese Kooperation wollen wir im kommenden Jahr unbedingt fortführen.”